
Wir sind der Meinung, dass technologische Neuentwicklungen und wissenschaftliche Ansätze bereits in der Planungsphase zukünftiger Produktlösungen für Gestalter wichtige Impulsgeber sein werden, und dies zum Teil schon sind. Daher haben wir uns entschlossen unsere Aktivitäten in diesem Bereich unter dem Titel Technology & Research zu subsumieren. Dies umfasst letztlich Projekte, bei denen unsere Partner Unterstützung bei der Überführung einer neuen Technologie in ein marktfähiges Produkt brauchen, aber auch solche Projekte, bei denen wir aktiv auf Partner aus dem Forschungs- und/oder Technologiebereich zugehen.
Ein typisches Projekt aus diesem Bereich ist unsere Mitarbeit an der Entwicklung und Gestaltung eines humanoiden Roboters. Im Rahmen des europäischen Forschungsprojektes ALEAR arbeiten sechs europäische Forschungseinrichtung daran, die Entstehungsgeschichte unserer Sprache mit Hilfe artifizieller Sprache zu erforschen. Dabei helfen Roboter, die mit einander interagieren, sich bewegen und sich gegenseitig bei der Durchführung von Aktionen erkennen können. Und an dieser Stelle der Übertragung der Maschine in eine – in diesem Falle humanoide – Form konnten wir unsere Expertise einbringen. Gemeinsam mit Ingenieuren und Informatikern des Labors für Neurorobotik an der Humboldt-Universität-Berlin, welche für die grundlegenden Technologien des Roboters verantwortlich sind, haben wir an der Realisierung des ersten gestalteten Roboters aus dem europäischen Raum arbeiten können.

Design kann an dieser Stelle die Rolle eines Mediators einnehmen, kann also eine Nahtstelle zwischen den Wissenschaften und der Gesellschaft sein. Dabei nutzen Designer Produktsprache, welche die Ergebnisse von Forschung in verständliche und akzeptable Produkte zu übersetzen vermag, so dass Forschung einer breiten Empfängerschicht zugänglich gemacht werden kann.
Wer im Tagesgeschäft Terminpläne zu erfüllen hat, arbeitet nicht ohne Grund gerne mit bekannten Größen und steht neuen Technologien wegen ihres Fehlerpotentials skeptisch gegenüber. Bei Forschungs-Projekten und Auftraggebern mit einem hohen Forschungs- und Entwicklungsstandard ist dies jedoch anders. Hier sind echte Innovationen möglich, man lernt bei jedem Projekt hinzu, hat eine Menge Spaß und noch dazu die Möglichkeit, abstrakte Forschung begreifbar zu machen. Man kann dabei als Designer eigentlich nur gewinnen.


Erst einmal versuchen wir in diesem Feld mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, also medial aufbereitete Nachrichten bezüglich eines neuen Materials, Verarbeitungsverfahrens oder ähnliches aufzunehmen. Des Weiteren stoßen wir bei unseren Kooperationspartnern immer wieder auf neue Entwicklungen im technologischen Bereich, aber auch bei deren Arbeit an generellen Zukunftsszenarien gibt es immer wieder Berührungspunkte. Hier ist insbesondere unsere Mitarbeit an der Konzeption und Realisierung eines Design-Wettbewerbs zwischen europäischen Hochschulen zu nennen. Es war sehr interessant und lehrreich zu sehen, wie unser Partner Bayer MaterialScience dieses Projekt in einen langfristigen Innovationsprozess eingebettet hat und welche Rolle Design dabei spielt. Nicht zuletzt ist auch meine Tätigkeit am Lehrstuhl für Industrial Design an der Technischen Universität München ein ständiger Quell des Austauschs mit unterschiedlichen Fach- und Spezialbereichen innerhalb der Universität.
